Das Zeichnen mit Kohle gehört zu einer der ältesten Zeichenmedien und begeistern bis heute durch ihre Tiefe und Ausdruckskraft. Egal ob Skizzen, Portraits oder Landschaftszeichnen, sie sind heute bei Künstlern im Sortiment nicht mehr weg zu denken. Doch bei dieser grossen Auswahl an Kohleprodukten, stellt sich die Frage: Welche ist das richtige für mich?
Reisskohle, gepresste Zeichenkohle, Kohlestifte Kohlepulver oder auch flüssige Kohle aus der Tube. Jede Variante hat besondere Eigenschaften mit jeweiligen Vor- und Nachteilen. In diesem Beitrag geben wir dir einen Überblick über die verschiedene Kohleprodukte, damit du das richtige Material für deinen Zeichenstil findest.
Kohlestifte
Einer der beliebtesten Kohleartikel sind Kohlestifte und das zurecht, sie besitzen die Präzision eines Bleistiftes mit der Ausdruckstärke von Zeichenkohle. Die Mine besteht aus fein gemahlenem Kohlepulver, das mit einem Bindemittel (z.B. Gummi Arabicum oder Wachs) vermischt, in Form gebracht und anschliessend mit einer Holzummantelung zusammengeleimt wird. Durch die Holzummantelung bleiben deine Hände sauber, was für sauberes Arbeiten sorgt. Sie sind ideal für Schattierungen, dynamische Skizzen und feine Details.
Gepresste Zeichenkohle
Gepresste Zeichenkohle bestehen aus feinem Kohlepulver, das mit Bindemittel in Stäbchen oder Blöcke in Form gepresst werden. Im Gegensatz zu Kohlestiften haben sie keine Holzummantelung, wodurch deine Hände schneller schmutzig werden. Durch das Bindemittel und das in Form pressen sind sie schwerer als Naturkohle und dadurch auch weniger zerbrechlich. Zudem bieten sie ein tieferes Schwarz als Naturkohle. Sie werden meistens für Skizzen und gross Flächige Arbeiten verwendet, können aber auch für Details genutzt werden.
Reisskohle
Reisskohle auch als Naturkohle bezeichnet, besteht aus verkohltem Holz, meistens aus Weide oder Linde. Sie sind in verschiedenen Formen und Grössen erhältlich, von rund bis rechteckig und von klein bis gross. Naturkohle werden meistens zum Zeichnen grössere Flächen genutzt und bietet dir ein weiches samtiges Schwarz, welches sich sehr leicht verwischen lässt. Für feine Details sind sie weniger geeignet, da sie leicht verwischen und sich schwer anspitzen lassen.
Kohlepulver
Kohlepulver besteht aus reiner Holzkohle ohne jegliche Bindemittel. Sie eignen sich hervorragend für grossflächige Arbeiten und sanfte Tonverläufe. Um es gezielt auf das Papier zu bringen sind Hilfsmittel Notwendig – ideal eignen sich PanPastel-Schwämme oder Pinsel um die Kohle aufzutragen. Da sie aber schlecht haften, solltest du am Ende ein Fixativ auftragen, damit deine Zeichnung geschützt ist.
Härtegrade
Wie bei Bleistiften können auch Kohleprodukte unterschiedliche Härtegrade haben. Bei Kohlestiften und gepresster Zeichenkohle wird der Härtegrad durch das Mischverhältnis von Kohlepulver und Bindemittel bestimmt: Ein höherer Kohlepulveranteil sorgt einen weicheren dunkleren Abrieb. Mehr Bindemittel sorgt für härtere, hellere Striche.
Da Naturkohle kein zusätzliches Bindemittel hinzugefügt wird, wird der Härtegrad anhand der Holzart und der Hitze beim Verkohlen bestimmt. Naturkohle aus Weide sind weicher, während Kohle aus Linde härter sind. Je stärker das Holz erhitzt wird, desto spröder und weicher ist sie.
Vor- und Nachteile zu Bleistiften
Neben Kohlestifte gehören Bleistifte zu einer der wichtigsten Zeichenmitteln für Künstler. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, doch wo genau unterscheiden sie sich? Welches ist das Richtige Material für mich?
In unserem Blog über Bleistifte erfährst du alles über Härtegrade und ihre Einsatzgebiete.
- Vorteil
Im Vergleich zu Graphit bietet dir Kohle ein deutlich tieferes Schwarz und stärkere Kontraste. Während Graphit bei Licht oft silbrig glänzt und sich nicht stark vom Papier abhebt, überzeugt Kohle durch ein mattes, tiefschwarzes Finish welches Licht nicht reflektiert. Wenn du sanfte Tonübergänge kreieren möchtest, ist Kohle die bessere Wahl – sie lässt sich leichter verwischen. - Nachteil
Was ein Vorteil ist, kann aber auch ein Nachteil sein: Je nach Anwendungsbereich möchtest du saubere, scharfe, präzise Linien – und da ist Graphit deutlich die bessere Wahl. Kohle verwischt sehr einfach von Hand oder auch beim Lagern durch anderes Papier. Zudem ist Fixativ immer notwendig da Kohle sehr schlecht auf Papier haftet. Bei sehr weichen Kohlestiften kann die Mine beim Anspitzen schnell brechen.
Empfohlene Produkte
Wolff’s Carbon Kohlestift
Der Wolff’s Carbon Zeichenstift vereint die perfekte Balance zwischen Kohle und Graphit. Er ermöglicht satte, matte, tiefschwarze und präzise Linien, die sich ideal für detaillierte Skizzen, Schattierungen und Illustrationen eignen.
Conté à Paris Pierre Noire Kohlestift
Der Conté à Paris Pierre Noire Zeichenstift überzeugt durch seine weiche, geschmeidige Mine, die tiefschwarze, matte Linien erzeugt. Der Stift ist geeignet für eine Vielzahl von Oberflächen, von rauem oder feinem Papier bis hin zur Leinwand.
